Sonntag, 19. November 2017

Nachgehakt! Warum Raumfahrtmüll langsam zum Problem wird?

In unserer Erdumlaufbahn wird es immer voller. Nicht nur sehr viele Satelliten sondern auch so genannter 
Raumfahrtmüll umkreisen unsere Erde. 

Bild Copyright ESA: Es zeigt keine Trümmerelemente in ihrer tatsächlichen Größe, es basiert aber auf tatsächlichen Dichtedaten um 
einen besseren Eindruck zu bekommen. 
Die meisten denken beim Thema „Müllproblem“ vielleicht eher an unsere Meere, die unter den Plastikmüll leiden oder an die vollen Abfalleimer mit den Coffee-to-go Einwegbechern. Aber auch in unserer Erdumlaufbahn wird es langsam eng. Etwa 750.000 Objekte, die größer als ein Zentimeter sind, sowie mehrere Millionen Teile, die einen Durchmesser von mehr als einem Millimeter haben, umkreisen unsere Erde. 
 
Das ist für mich kaum zu glauben und habe deswegen Dr. Tim Flohrer, den zuständigen Fachmann dazu befragt. Er ist Experte für Raumfahrtrückstände bei der ESA (Europäischen Weltraumorganisation) und ist verantwortlich für die Aktivitäten zur Erfassung und Überwachung von Weltraumschrott. Er und seine Kollegen koordinieren die Forschung und Entwicklung für Vermeidungsmaßnahmen des Problems mit internationalen Partnern.
Ist es denn richtig, dass es tatsächlich über 750.000 Objekte die über einen Zentimeter groß sind in unserer Erdumlaufbahn sind? Gibt es denn aktuelle Zahlen dazu?
Dr. Tim Flohrer:
Die kleinen Objekte kann man nur statistisch abschätzen. Wir kennen die genaue Anzahl nicht. Aus unseren Modellen schätzen wir in der Tat, dass es 750000 Objekte größer als 1cm im Orbit gibt. Mehr Zahlen kann man auch HIER nachlesen.
Geschätzten Anzahl der Objekte, die sich im Orbit befinden:  
29 000 Objekte > 10 cm 
750 000 Objekte von 1 cm bis 10 cm 
166 Millionen Objekte von 1 mm bis 1 cm

Welche Gefahren kann durch zu viel Raumfahrtmüll ausgehen?
Dr. Tim Flohrer: Es gibt direkte Gefahren für unsere Infrastruktur im Orbit, speziell den Satelliten die wichtige Dienste und Anwendungen ermöglichen, wie Telekommunikation, Wettervorhersage, Erdbeobachtung oder Navigation. Diese Dienste nutzt heute - bewusst oder unbewusst - jeder von uns, täglich. Es besteht die Gefahr, dass diese Dienste dann nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn wir durch zu viel Weltraumschrott bestimmte Bahnen nicht mehr nutzen können. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, aufgrund Kollisionsvermeidung, da zu viele Schrottteile es dann unmöglich machen diese Umlaufbahn zu nutzen. Bereits kleine Schrottteile können große Satelliten, durch die sehr hohe Geschwindigkeit, komplett zerstören. Es entsteht dann ein Kaskadenprozess, immer mehr neue kleine Fragmente kommen als Raumfahrtmüll hinzu und bilden so, wieder eine neue Gefahr.
Es gibt
aber auch Gefahren für unsere Infrastruktur am Boden durch wieder eintretende Objekte. Diese verglühen zwar zum weitaus größten Teil in der Atmosphäre, aber es kann vorkommen, dass trotzdem Teile den Boden erreichen. Die Gefahr für Menschen ist aber zum Glück sehr klein.

So kann die Gefahr für Satelliten aussehen:

Bild: Copyright ESA/ID&Sense/ONiRiXEL
 
GIF: Copyright ESA, CC BY-SA 3.0 IGO
 
Was würde eigentlich passieren, wenn Raumfahrtschrott (größer als einen Zentimeter) die Raumstation ISS treffen würde?
Dr. Tim Flohrer: Die ISS ist durch passive Techniken besser geschützt als Satelliten. Wenn die Objekte aber zu groß sind, werden sie trotzdem die Abschirmung durchschlagen und durch das entstehende Loch in der Außenhaut, kann dann Luft entweichen. Das ist sehr gefährlich und kann sehr schnell gehen. Die Astronauten müssten dann bestimmte Sektoren der Station aufgeben. Die Rückkehrkapseln der ISS sind besser geschützt und im Falle eines Treffers mit Schrottobjekten, gehen die Astronauten auch in diese um Sicher zurückzukehren.

Gibt es überhaupt eine Möglichkeit den Raumfahrtmüll irgendwie zu entsorgen oder schwebt der Müll für immer und ewig um unsere Erdumlaufbahn?
Dr. Tim Flohrer: In Bahnen oberhalb 600-700 km bleiben die Objekte viele Jahrzehnte und Jahrhunderte im Orbit. Es gibt zur Zeit immer mehr Technologieentwicklungen. Wir brauchen Möglichkeiten um eng an die Schrottobjekte zu manövrieren, das Taumelverhalten abzuschätzen und die Objekte zu greifen um sie kontrolliert zum Wiedereintritt zu bringen.

In Planung dazu ist die Mission: E.DEORBIT 
Derzeit werden dafür zwei Konzepte erwogen: eines, das ein Netz und das andere einen Roboterarm nutzt. HIER ist mehr über das Projekt zu lesen.

Es ist schon interessant, wenn man darüber nachdenkt. Fortschritt hat auch Nachteile aber ich finde es gut, dass die ESA dafür die Verantwortung übernimmt und versucht den Abfall des Fortschritts zu entsorgen. Ich glaube der Fortschritt, besonders in der Technik sollte auch eingesetzt werden um Abfall zu vermeiden und nicht zu produzieren, oder?



  

Samstag, 18. November 2017

Alles über ein Taschengeldkonto

Zum Thema Taschengeld habe ich bereits etwas geschrieben (LINK) und dabei habe ich mir auch die Frage gestellt, ob ein Taschengeldkonto Sinn für mich machen würde. Mit Hilfe der Sparkasse habe ich das Wichtigste mal zusammengestellt um so auch anderen Jugendlichen zu zeigen, wie ein Taschengeldgirokonto funktioniert und welche Vorteile es hat.



Dazu habe ich Patrick Stöckler, Geschäftsstellenleiter bei einer bayerischen Sparkasse, die wichtigsten Fragen gestellt um einen ersten Überblick dafür zu bekommen.

Ab welchem Alter ist ein Taschengeldkonto für Jugendliche zu empfehlen?
Patrick Stöckler, Geschäftsstellenleiter
Sparkasse Patrick Stöckler: Meine Empfehlung ist 12 oder 13 Jahre. Wichtig ist, dass man 
die Reife besitzt, bzw. auch die Kenntnisse hat wie man mit so einem Konto umgeht. Grundsätzlich sind Jugendgirokonten kostenlos.

Welche Vorteile hat dann ein Girokonto und eine Bankkarte für Jugendliche?
Sparkasse Patrick Stöckler: Ganz klar; man wird an das Thema Zahlungsverkehr schon im jungen Alter herangeführt. Das ist sehr wichtig. Der Umgang mit Geld muss einfach schon früh gelernt sein und deshalb empfehle ich jedem Jugendlichen sich mit diesem Thema zu beschäftigen und auch ein Jugendgirokonto zu eröffnen.
 Man lernt somit wichtige Dinge wie z.B.:
  • Überweisungen tätigen
  • Zahlungsverpflichtungen nachkommen
  • Geldeingänge zu verwalten
  • Bezahlen mit der Karte
  • Kontostände zu prüfen und zu lernen mit dem Geld auf dem Konto auszukommen
  • Evtl. sogar von dem Jugendgirokonto den ein oder anderen Euro zu sparen

Wie sicher ist eine Sparkassenkarte und wie viel Geld darf ich am Tag am Geldautomaten maximal abheben?
Sparkasse Patrick Stöckler: Das Thema Sicherheit ist natürlich wichtig für jeden Kunden. Solange jeder auf seine Bankkarte, Daten und PINs gut aufpasst, kann auch soweit nichts passieren. Sollte doch mal der Geldbeutel geklaut werden, dann unbedingt bei der Notfall-Hotline anrufen und seine Karte sperren lassen.
Normalerweise haben die Bankautomaten ein Tageslimit von max. 1.000€, das ist aber von Bank zu Bank verschieden. Das Geld muss der Jugendliche aber vorher erstmal auch auf dem Konto haben ;-) Denn Überziehungen sind für Minderjährige natürlich nicht möglich.

Obwohl das ein wichtiges Thema ist, wird in der Schule über solche Dinge nur sehr wenig gesprochen und deshalb ist es mir auch ein Bedürfnis darüber zu schreiben. In meinem Interview mit dem Bundespräsidenten a.D. Herrn Christian Wulff (LINK) hat er von den Schulen das Fach Staatsbürgerkunde eingefordert, das er als eine Art Vorbereitung auf das Leben sieht. Wäre es deshalb nicht auch wichtig, mehr in den Schulen über das Thema zu erfahren?
Sparkasse Patrick Stöckler: Absolut wichtig!!! Ich hatte damals im Abitur Glück…ich hatte Leistungskurs Wirtschaft und unser Lehrer hat uns einiges über das Thema Bank beigebracht. Ich erlebe aber täglich, dass viele Erwachsene bereits mit der einfachen Überweisung, mit OnlineBanking oder mit Bankunterlagen hilflos überfordert sind, da einfache Grundkenntnisse im Bereich Wirtschaft und Banking fehlen. Leider wollen sich auch viele Menschen nicht mit diesen Dingen beschäftigen, da sie einfach noch nie etwas davon gehört haben. Deshalb sollte unbedingt mehr in der Schule über Bankgeschäfte gelehrt werden.

 

Freitag, 17. November 2017

„I bims“ das Jugendwort des Jahres 2017

Und so wurde das neue Jugendwort des Jahres im Auftrag des Langenscheidt Verlags gefunden.

Auch in diesem Jahr war ich wieder in der Jury und neben mir waren natürlich noch einige andere vertreten. So wie unter anderem die YouTuber ChrisTezz und SilviCarlsson, einige Jugendliche die sich für ihre Schülerzeitung engagieren genau so wie Redakteure von BRAVO/BRAVO Girl und Taff bis hin zum Radio, also insgesamt eine echt coole Truppe. Zusammen haben wir wieder diskutiert, gelacht und uns die Köpfe heiß geredet. Bis endlich weißer Rauch aufstieg und wir uns für das Wort „I bims“ entschieden haben und das zurecht.

Somit Gratulation an „I bims“, das neue Jugendwort 2017!



Es war aber auch nicht einfach in diesem Jahr, weil wirklich einige sehr geläufige Jugendwörter am Start waren, wie „I bims“, „vong“ oder „Bruh“.Mein Favorit war übrigens auch „I bims“, weil es halt auch sehr aktuell bei uns Jugendliche ist. 
 
Obwohl das Wort“Textmarkeraugenbrauen“ für mich schon eines der witzigsten war, weil ich auch persönlich einige Vertreterinnen dieser Leidenschaft kenne aber leider hat es das Wort nicht in die Top 10 geschafft.
Denn nur aus den 10 meistgevoteten Wörtern wird das Jugendwort des Jahres gewählt. In diesem Jahr gab es über 1 Million Votes und darunter waren unter anderem auch die Wörter „I bims“, „unlügbar“, „geht fit“ oder auch „napflixen“, die es in die Top Ten geschafft haben.

Jetzt bin ich mal neugierig, wie das neue Jugendwort des Jahres ankommt und ob es sich jetzt auch noch richtig durchsetzt.


Sonntag, 12. November 2017

Nachgefragt! Diese Flüsse verschmutzen unsere Meere am meisten aber warum?


Die neusten Daten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigen, dass 90 Prozent des globalen Plastikabfalls in den Weltmeeren, diese zehn Flusssysteme (acht in Asien und zwei in Afrika) dafür verantwortlich sind.
Auf Platz eins der Verursacher-Liste steht der Yangtse, gefolgt von dem Indus und dem Gelben Fluss in Asien und die einzigen nicht asiatischen Flüsse auf der Liste sind der Nil und der Niger in Afrika. Der Yangtse ist übringens der längste Fluss Asiens mit einer Länge von 6380 Kilometern und er mündet ins Ostchinesische Meer.

Darüber wollte ich natürlich mehr wissen und habe deswegen Dr.Christian Schmidt vom des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (Hydrogeologie) darüber befragt.
Gerade die großen asiatischen Flüße sind die Hauptschuldigen für die Vermüllung der Meere. Warum ist es so weit gekommen und welchen Anteil hat Deutschland dabei?
Dr. Christian Schmidt (UFZ): Flüsse, die besonders viel Plastik transportieren sind durch drei Haupteigenschaften gekennzeichnet: 
1) In ihren Einzugsgebieten leben sehr viele Menschen, z.B. am Yangtse Fluss etwa 500 Millionen (Vergleich Deutschland: 
80 Millionen Einwohner). 
Bild: Yangtse Fluss Wikipedia
2) Es handelt sich um Regionen in denen Müll oft nicht vollständig gesammelt und fachgerecht entsorgt wird und daher viel Müll in der Umwelt endet.
3) Es handelt sich um große Flüsse, die transportieren Partikel - also auch Plastikteile- besser als kleine Flüsse. Europas Flüsse haben global betrachtet einen relativ geringen Anteil am gesamten Plastikeintrag in die Meere , was vor allem daran liegt dass praktisch der komplette Müll gesammelt wird. Dennoch sind auch unsere Plastik-Produktkreisläufe nicht völlig geschlossen,also auch bei uns gelangt Plastik in die Umwelt und kann dann letzlich auch in Flüsse gelangen. Wir schätzen, dass zum Beispiel der Rhein jedes Jahr etwa 200-500 Tonnen Plastik in die Nordsee spült. Eine wichtige Quelle für Plastik in der Umwelt bei uns ist das Wegwerfen von Müll, besonders Verpackungen von Snacks oder Einweg-Kaffeebecher und das obwohl fast an jeder Ecke Müllbehälter stehen.

Wenn bekannt ist welche Flüsse so einen großen Teil des Plastikabfalls ins Meer spühlt, verstehe ich nicht, warum man dann nichts dagegen macht? Technisch wäre das doch machbar. Warum passiert da Ihrer Meinung nach nicht genug dafür?
Dr. Christian Schmidt (UFZ): Ich denke, dass es sehr schwer ist Plastik auf Flüssen herauszusammeln. Flüsse transportieren nicht nur Plastik, im Gegenteil, die meisten Partikel sind Sedimente und Pflanzenreste und die können und sollten auch im Fluss bleiben. Technische Lösungen müssten also nur Plastik einfagen und alles andere durchlassen. Langfristig ist es viel wichtiger dafür zu sorgen, dass erst gar kein Plastik in die Flüsse gelangt. Dafür muss man die Eintragspfade kennen, daran arbeiten wir. Ich bin optimistisch, dass bei den Menschen auch das Bewußtsein wächst, dass Flüsse keine Müllhalde sind und der Müll einfach verschwindet, sondern das alles was im Fluss landet letzlich in die Meere tranportiert werden kann.

Was wären eigentlich die Folgen (für die Meeresbewohner und die Menschen) in den nächsten 10 Jahren, wenn immer noch mehr Plastik ins Meer gespühlt wird?
Dr. Christian Schmidt (UFZ): Eigentlich sieht man es schon heute. Plastikteile haben sich auf der ganzen Welt verteilt und sind praktisch überall zu finden, am Strand, im offenen Ozean, in Seen und Flüssen. Was noch nicht völlig geklärt ist, ist die Frage wie schädlich Plastik für die Tierwelt ist. Kleine Partikel werden mit Nahrung verwechselt und verschluckt. Das könnte verstärkt zu einem Problem werden.



Ich bin mir leider nicht so sicher, ob wir jemals das Plastikproblem in den Griff bekommen werden, da man die Unterstützung von jedem einzelnen Menschen braucht und dann wird es schon schwierig. (Wie ich auch schon in meinem Beitrag „Wegwerfgesellschaft 2.0 LINK geschrieben habe). Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir irgendwann auch dieses Problem lösen können, werden oder vielleicht auch einfach müssen.


Samstag, 11. November 2017

Gastartikel der Initiative „Kleiner Fünf„: Doof sind immer die anderen

Ich habe die Initiative „Kleiner Fünf“ übrigens bei der Preisverleihung des RTL Com.mit Awards kennengelernt, denn sie waren, genau wie ich auch, im Finale des Com.mit Awards.
Da mir ihr Einsatz „radikal freundlich gegen Populismus zu kämpfen“, sehr gut gefallen hat und es auch sehr wichtig ist, haben wir damals schon ausgemacht, dass sie einen Gastartikel auf meinem Blog schreiben werden
 

Was oder wer ist jetzt aber„Kleiner Fünf“?
Kleiner Fünf ist eine Initiative in der mehr als 100 Freiwillige mitarbeiten und streiten – für Demokratie, politische Teilhabe und für einen respektvollen Austausch in der Gesellschaft. Unser Ziel ist eine Gemeinschaft in der wir Probleme ansprechen und lösen, statt Einzelne oder Gruppen zu Sündenböcken zu erklären und Menschen gegeneinander auszuspielen. 




Gastartikel: Doof sind immer die anderen
Geh raus, hab Spaß, dann lernste auch Leute kennen” ist einer der besten Ratschläge meines Bruders. Doch viel zu oft bleibt das “rausgehen und neue Leute kennenlernen” auf der Strecke. Denn sind wir mal ehrlich, in vielen Fällen haben wir es einfach nicht mehr nötig “raus zu gehen”. Per Smartphone und mobilem Internet ist es sehr einfach dieses “da draußen” zu uns kommen zu lassen.

Doch in dieser Möglichkeit steckt auch eine Gefahr: Wir erhalten den Eindruck, die Welt so ist wie wir sie uns vorstellen und das sie für allen anderen ganz genauso aussieht.

Um diese Gefahr zu erkennen, musst du wissen, dass wir alle in einer kleinen Filterblase leben. Die heißt so, da wir uns - ganz natürlich - bevorzugt mit Menschen und Ansichten umgeben, die wir mögen und teilen. Menschen die wir nicht so mögen, Dinge die uns ein ungutes Gefühl geben, filtern wir aus unserer Wahrnehmung heraus. Warum solltest du dich auch ständig streiten oder Serien schauen, die du eigentlich gar nicht magst?

Wie geschrieben ist all das natürlich und auch erst Mal gar nicht weiter schlimm. Auch in unserer vernetzten Welt, mit Smartphones und mobilem Internet, leben wir in einer Filterblase. Auch hier umgeben wir uns, auf ganz natürliche Weise, mit Dingen die wir mögen, denen wir zustimmen und die uns ein gutes Gefühl geben.

Doch in der vernetzten Welt gibt es etwas das mitentscheidet, über das was wir sehen, lesen und hören - der Algorithmus. Vereinfacht gesagt, ist das eine Technik die uns die Menge an Informationen vorfiltert, in dem es uns bevorzugt unsere Vorlieben präsentiert. Dieses vorfiltern ist genau der entscheidende Knackpunkt.

Würde Facebook das zum Beispiel nicht machen, dann würdest du in deinem Newsfeed jeden Tag über 4.000 Meldungen sehen. Vieles davon interessiert dich eigentlich gar nicht und Facebook weiß das auch. Nicht nur Facebook nutzt diese Technik, sondern alle sozialen Netzwerke, Onlineshops, Nachrichtenmagazine, Streaminganbieter wie Spotify, Deezer, Netflix, Maxdome und wie sie alle heißen.

Die Technik von Google, Facebook, Amazon und Co ist als darauf aufgebaut, uns immer wieder zu zeigen was wir gerne mögen, was nach Ansicht des Algorithmus für uns “relevant” ist. Je mehr wir dem Algorithmus, durch Likes, Shares, usw., verraten was wir mögen, desto mehr von diesen Produkten, Stars, Nachrichten, etc. bekommen wir in unsere Apps und Timelines gespült.

Und genau darin liegt die anfangs angesprochene Gefahr der Filterblase: Wir erhalten den Eindruck, die Welt so ist, wie wir sie uns vorstellen und das sie für allen anderen ganz genauso aussieht.

Was nicht in unser Weltbild passt, bleibt dabei leider sehr oft auf der Strecke. Doof sind immer nur die anderen.

Das war übrigens auch schon früher so - doch die Technik kann den Effekt verstärken. Zusätzlich ist es durch die fehlende Körpersprache schwierig, Humor oder Ironie als solche zu erkennen - Emojies hin oder her.

Da wird das, was früher vielleicht ein kurzer Wortwechsel gewesen wäre und von dem sonst kaum jemand etwas mitbekommen hätte, heute schnell zu einer ewig langen Diskussion im Chat oder in den Kommentaren.

Die gute Nachricht: Gegen die Filterblase und den “nur die anderen sind doof”-Eindruck gibt es drei ganz einfache Schritte.

Der Erste: Gelassenheit.

Nicht jeder Aufreger ist tatsächlich einer. Es gibt Menschen, die aus einer Mücke ganz bewusst einen Elefanten machen - unter anderem, weil sich damit Geld verdienen oder Macht über andere erlangen lässt.

Der Zweite: Höflichkeit.

Bei Kleiner Fünf sprechen wir von “radikaler Höflichkeit”. Das heißt, egal wie blöd du das Thema des anderen finden oder wie wenig du den Standpunkt deines Gegenüber teilst:
  • Lass dich erst Mal darauf ein.
  • Versuchen sie oder ihn zu verstehen.
  • Frage höflich und interessiert nach.

Das soll nicht bedeuten, dass du dich dabei ausnutzen oder verarschen lassen sollst. Es gibt auch Menschen, die dich einfach nur ärgern oder Unruhe stiften wollen. Lass dir davon nicht den Blick auf die Menschen verstellen, die dem Anschein nach eine andere Meinung vertreten als du.

Der Dritte: Rausgehen und Leute treffen.

Geh raus, hab Spaß, lern Leute kennen und verlerne niemals neugierig zu bleiben. Du wirst sehen, es gibt mehr Menschen die deine Hoffnungen, Sorgen oder Ängste teilen als du denkst. Sie drücken sich dabei oft nur anders aus als du.

Jetzt noch Danke an „Kleiner Fünf“ für ihren Gastartikel und wer die Initiative mal Online besuchen möchte, der kann das gerne HIER tun.

Freitag, 10. November 2017

Nutella hat eine neue Rezeptur: Weniger Kakao - mehr Zucker

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat festgestellt, dass die Nuss-Nougat-Creme heller geworden ist. Der Anteil an Magermilchpulver in Nutella liegt laut Zutatenliste jetzt bei 8,7%. Vorher waren 7,5% enthalten und das könnte der Grund für die hellere Farbe sein. Ob auch die Gehalte der anderen Zutaten wie Zucker oder Palmöl verändert wurden, bleibt unklar. Laut Nährwerttabelle steigt der Zuckergehalt weiter auf 56,3% (vorher 55,9%), allerdings fällt der Fettgehalt geringfügig auf 30,9% (vorher 31,8%).


Tja, eine Light-Version ist das mit Sicherheit nicht geworden. Nutella bleibt eben Nutella. 

 

Sonntag, 5. November 2017

Mal nachgefragt bei „Mr. RTL-Aktuell“ Peter Kloeppel

Ich habe Peter Kloeppel beim RTL Com.mit Award kennengelernt. Hier habe ich im September den zweiten Platz zum Motto "Aufmischen, mitgestalten: Junge Mutbürger gesucht!" erreicht - LINK-. 
Den ersten Platz hat übrigens das Projekt „Zeichen gegen Mobbing“ gemacht und den Kampf gegen Mobbing unterstütze ich natürlich auch auf meinem Blog HIER sehr gerne.
Eine witzige Anekdote damals war, dass mich Peter Kloeppel zuerst gar nicht erkannte, da ich kurz vor der Veranstaltung bei meinem Friseur war und meine Haare um 40 cm kürzen ließ. Sein irritiertes Gesicht habe ich heute noch vor Augen, was mich immer noch zum Schmunzeln bringt.
 
Ich finde es auf alle Fälle ganz toll, dass RTL mit dem Com.mit Award junge Menschen bei ihrem Engagement unterstützt. 
 
Was jetzt aber nicht jeder weiß ist, dass Peter Kloeppel selbst den Com.mit Award ins Leben gerufen hat. Und zu diesem Thema hatte ich auch gleich meine erste Frage an Herrn Kloeppel.



Was war für sie der Grund den RTL Com.mit Award zu gründen und wenn sie jetzt zurückblicken, was waren ihre Highlights bzw. was ist ihr Fazit nach 10 Jahren Com.mit Award?
Peter KLOEPPEL: Wir haben den Award vor zehn Jahren ins Leben gerufen mit dem Ziel, Integrationsbemühungen junger Menschen in Deutschland zu würdigen. Das ging von Theaterworkshops in Schulen über Aktivitäten von Sportvereinen bis hin zu Studentengruppen, die sich besonders um ausländische Kommilitonen kümmern. Vor fünf Jahren haben wir den Preis dann stärker geöffnet und allgemeines, ehrenamtliches Wirken in den Mittelpunkt gestellt. Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto, das sich auch an aktuellen Ereignissen orientiert. Jetzt nach zehn Jahren sind wir stolz auf das Erreichte und freuen uns auch, dass wir vielen jungen Menschen die Möglichkeit gegeben haben, mit ihren Projekten eine größere Bekanntheit zu erreichen und als Vorbild auch für andere zu wirken.

Wie war das bei Ihnen als sie in meinem Alter waren? Welche Ziele hatten Sie als Schüler und war für sie Politik damals auch schon ein Thema?
Peter KLOEPPEL: Natürlich habe ich mich in Deinem Alter auch schon für Politik interessiert – aber ich bin auch ehrlich: so engagiert wie du war ich nicht. Anfang und Mitte der siebziger Jahre wurde wegen des Kampfes gegen den RAF-Terrorismus viel über Freiheitsrechte gestritten, und auch der Kalte Krieg und die Militarisierung der Machtblöcke hat uns Schüler umgetrieben. Ich wollte aber nicht in die Politik gehen (da fand ich, spielten Worte immer eine größere Rolle als Taten), und auch Journalismus war zu diesem Zeitpunkt noch keine Traumprofession. Mich interessierten Naturwissenschaften und fremde Länder mehr – deshalb konnte ich mir eine ganze Zeit lang gut vorstellen, in die Entwicklungshilfe zu gehen.

Was war für Sie in ihrer Nachrichten-Sendung "RTL Aktuell" das witzigste Ereignis an das Sie gerne zurückdenken?
Peter KLOEPPEL: Ich habe einmal zu Beginn der Sendung vergessen, mein Mikrofon ans Revers zu stecken – stattdessen saß ich drauf, als wir on-air gingen. Der Ton war entsprechend gedämpft, und erst nach ein paar Sekunden habe ich meinen Fehler bemerkt. Direkt nach der Sendung war mir das noch sehr peinlich, inzwischen kann ich aber darüber lachen.

Sie kennen ja meinen Blog mittlerweile, deswegen würde mich ganz persönlich interessieren was Sie bzw. welches Thema Ihnen auf meinem Blog am besten gefällt?
Peter KLOEPPEL: Mit großem Interesse lese ich die Antworten der Politiker und Promis auf Deinem Blog (LINK). Klasse, dass du sogar unseren ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff vors Mikrofon bekommen hast! Aber ich habe auch die Rezepte gelesen, was man alles mit Keksen, Obst und Joghurt kulinarisch anstellen kann – der Himbeer-Joghurt-Cookie-Parfait hat gute Chancen, auch mal in unserer Küche verwirklicht zu werden. :)

Und jeder der „Mr. RTL-Aktuell“ Peter Kloeppel mal sehen will, der kann das jeden Tag um 18.45 auf RTL tun, 
wenn er Dienst hat.
Für mich ist das natürlich ein „Muss“, da er für mich der sympathischste Nachrichtensprecher im deutschen TV ist.