Freitag, 3. November 2017

Nachgehakt! Mit Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif über den CO2 Rekordwert


In der letzten Woche las ich eine sehr beunruhigende Schlagzeile, besonders für uns junge Menschen, die sich Gedanken um unser Klima machen.
Die Konzentration von Kohlendioxid hat nämlich im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht und noch nie ist dieser Wert auch so schnell angestiegen.

Wie kann das passieren? Für mich heißt das nachhaken!


Für uns Jugendliche ist das keine Nachricht, die wir lustig finden, sondern uns sehr nachdenklich macht. Deshalb habe ich den wichtigsten und bekanntesten Fachmann auf diesem Gebiet, den Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif, Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Universität Kiel, darüber befragt.

Warum denken Sie, ist das Kohlendioxid in so kurzer Zeit, so enorm hoch angestiegen und was wäre für Sie der erste Schritt gegen den CO2 Anstieg? Was ich dabei aber nicht verstehe ist, warum die Politik so langsam darauf reagiert?
Prof. Dr. Mojib Latif: Ich verstehe es auch nicht, warum die Politik kaum agiert. Es stehen leider immer die kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund und nicht die langfristigen Interessen der Umwelt und der nachfolgenden Generationen. Man kann z.B. mit der Kohle immer noch sehr viel Geld verdienen. Die Politik müsste das schnell ändern.
Nun zu der eigentlichen Frage. Es ist nicht ganz klar, warum das CO2 in der Luft immer schneller steigt. Das letzte Jahr war von einem sehr starken El Nino Ereignis geprägt. Wir wissen, dass während solcher Ereignisse der CO2-Gehalt schneller steigt. Es besteht aber auch die Gefahr, dass die Meere wegen der Erwärmung langfristig weniger von dem CO2 aufnehmen, das die Menschen in die Luft blasen. Dann müsste der weltweite Ausstoß von CO2 noch schneller sinken als bisher gedacht, um die Ziele des Klimaabkommens von Paris zu erreichen.

Was ich bis jetzt noch nicht gewusst habe ist, was das El Nino Ereignis überhaupt ist. Hier habe ich noch kurz die Erklärung dazu: El Nino ist ein Klimaphänomen und etwa genau vor einem Jahr schwächte sich das pazifische Phänomen ab. Es führt zu großräumigen Umwälzungen der Meeresströmungen und damit auch der Luftströmungen. Statt kalten Antarktiswassers nach Norden strömt an den Ostküsten Südamerikas warmes Tropikwasser nach Süden. Damit stellt sich so die komplette Wasser- und Luftströmung im Pazifik um. 

Was würde Ihrer Meinung denn passieren, wenn wir das Problem mit dem CO2 nicht in den Griff bekommen, bzw. was könnte das in der Zukunft für mich im normalen Leben bedeuten?
Prof. Dr. Mojib Latif: Wenn wir den Klimawandel nicht begrenzen, dann werden die Temperaturen weiter steigen. Das heißt, dass wir bei uns in Deutschland immer mehr Hitzetage bekommen werden, mit Temperaturen weit über 30°C. Außerdem werden Starkniederschläge zunehmen und in der Folge Überschwemmungen. Und schließlich werden die Meeresspiegel weiter steigen. Unter den steigenden Pegeln leiden heute schon die Inselstaaten im tropischen Pazifik. Bei uns könnte der steigende Meeresspiegel ab Mitte des Jahrhunderts auch zu einem Problem werden. Und schließlich werden sich in vielen Gegenden der Erde die Lebensbedingungen extrem verschlechtern. Das wird uns auch in Deutschland betreffen. Sei es durch Flüchtlingsströme, eine schwächelnden Weltwirtschaft oder eine Verschlechterung der Sicherheitslage auf der Erde.

Ich glaube niemand will diese Prognose von Prof. Dr. Mojib Latif erleben. Aber dennoch scheint es sehr schwierig zu sein, etwas dagegen zu tun. Ich hoffe, dass sich unsere Politiker bald einigen werden und für uns Jugendliche die richtigen Entscheidungen treffen. Wenn nicht jetzt, wann dann?


1 Kommentar:

Noah hat gesagt…

Politiker, die etwas gegen den Klimawandel tun wollen gibt es bereits.
Wenn wir uns mal unsere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks anschauen, hatte sie bisher schon ganz gute Vorschläge. Aber Danke Kanzleramt und Wirtschaftsministerium, dass diese nicht umgesetzt wurden bzw. nur in abgeschwächter Form.

Klimaschutz kollidiert einfach mit Liberalismus.
Und das der freie Markt nicht Vorrang vor allem hat muss auch noch die FDP lernen.

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